Knall, bumm, Lehm!

von Dieter Mai am 30.07.2012
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Was macht ein Feuerwerks-Spezialist mit Lehm? Eine E-Mail unserer Hamburger Handelspartner vom Baubiologischen Fachhandel Mordhorst brachte uns auf die Spur einer Nutzungsvariante für unseren Lehm, die wir bisher noch nicht kannten. Den Baustoffhändlern war aufgefallen, dass der für die Spezialeffekte zuständige Pyrotechniker und Stuntman Fred “Feuerstein” Bräutigam für die Störtebeker Festspiele auf der Insel Rügen größere Mengen Lehmpulver geordert hatte.

Nebulös: was macht der Stuntman mit dem Lehm?

Nebulös: was macht der Stuntman mit dem Lehm?

Auf der einzigartigen Naturbühne Ralswiek auf Rügen läuft derzeit ein Theaterstück über die Abenteuer des legendären Seeräubers Klaus Störtebeker, eine Aufführung mit über 150 Mitwirkenden, 4 Schiffen, 30 Pferden und spektakulären Spezialeffekten. Doch was genau hat Lehm damit zu tun? Zum Errichten von Bauwerken wird er hier jedenfalls nicht verwendet, eher im Gegenteil. Explosions-Experte Bräutigam nutzt das Naturmaterial um ein effektvolles Zerstörungswerk zu betreiben: der Baulehm wird zum optischen Aufpeppen von Explosions-Szenen verwendet.

Wirkt mit Lehmstaub noch spektakulärer: Explosion auf dem Schiff

Wirkt mit Lehmstaub noch spektakulärer: Explosion auf dem Schiff

In Verbindung mit den pyrotechnischen Effekten aus Fred Bräutigams Werkstatt sorgt der von kleinen Sprengsätzen aufgewirbelte feine Lehmstaub für eindrucksvolle Bilder von spektakulären Seegefechten. Neben der absolut überzeugenden optischen Wirkung hat die Zweckentfremdung des Claytec-Lehms auch einen positiven Nebeneffekt für Schauspieler und Zuschauer: Das schadstofffreie Material ist gesundheitlich völlig unbedenklich. Dazu nennt Pyrotechniker Bräutigam auch einen finanziellen Aspekt für die Explosionssimulation mit Hilfe von Lehm. Zwar gebe es spezielle Sprengmaterialien um solche Explosionen durchzuführen, diese seien jedoch deutlich teurer.

Da staunt auch der Pirat nicht schlecht: Lehm-"Rauch" vom Feinsten

Da staunt auch der Pirat nicht schlecht: Lehm-"Rauch" vom Feinsten

Wer sich diese ungewöhnliche Verwendung des Baustoffs Lehm einmal aus der Nähe anschauen möchte, hat dazu noch bis zum 8. September die Gelegenheit. So lange läuft die Inszenierung noch, und zwar immer von Montag bis Samstag um 20 Uhr. Infos: http://stoertebeker.de/

Fotos: ffb-stunt.de

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Kategorie: Allgemein

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