Ein etwas anderes Lehmbau-Projekt: Keltenpark Otzenhausen

Im saarländischen Otzenhausen ist CLAYTEC Handwerkspartner Jako Baudenkmalpflege mit der Umsetzung eines außergewöhnlichen Lehmbau-Projekts betraut. Die originalgetreue Nachbildung einer historischen Wohnsiedlung aus der Keltenzeit ist auch für das in der Denkmalpflege erfahrene Unternehmen ein nicht alltäglicher Auftrag.

Originalgetreu nachgebaut - Keltische Wohnanlage in Otzenhausen   Foto: Keltenpark

Originalgetreu nachgebaut – Keltische Wohnanlage in Otzenhausen Foto: Keltenpark

Der Ringwall von Otzenhausen ist ein einzigartiges Zeugnis keltischer Kultur in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine mächtige Befestigungsanlage am Hang des Dollberges bei Otzenhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Nonnweiler im nördlichen Saarland nahe der Primstalsperre. Am Fuße der historischen Wallanlage entsteht derzeit ein Archäologischer Park, in dem sich Museum, Werkräume, Gastronomie und archäologisches Freigelände zu einem attraktiven Freizeitziel für die Region vereinen. Vor allem Kinder und Schulklassen sollen hier auf spannende Art und Weise mit der Geschichte ihrer Heimatregion konfrontiert werden.

Kernstück der Anlage wird, neben dem zentralen Informationsgebäude, ein Museumsdorf, bestehend aus komplett eingerichteten Nachbildungen keltischer Gebäude wie Scheune, Wohnhaus, Schmiede, Töpferwerkstatt oder Weberei. Im Gespräch erklärt Jako-Mitarbeiter Hubert Maucher, Leiter Translozierung, Einzelheiten zu dem außergewöhnlichen Lehmbau-Projekt. „Abgebildet werden soll eine typisch keltische Wohnsiedlung, die aus mehreren, in sich abgeschlossenen Gehöften bestehen wird. Insgesamt werden bis zu 15 Wohn-, Handwerks- und Speichergebäude errichtet, die sich in Architektur und Bauweise an historischen Vorbildern orientieren. Den zweiten Bauabschnitt mit Scheune und  Schmiede haben wir gerade abgeschlossen.“

BigBag-Parade: Claytec-Lehm auf der Keltenpark-Baustelle

BigBag-Parade: Claytec-Lehm auf der Keltenpark-Baustelle

CLAYTEC-Lehmbaustoffe, die Jako bei CLAYTEC Handelspartner Baunetz Ravensburg bezieht, kommen bei der Errichtung der Gebäude in zwei Bereichen zum Einsatz: als Stampflehm-Böden sowie bei den Außenwänden, die – nach historischem Vorbild – als Holz-Ständerwerk mit einem Geflecht aus Weiden und Eichenstaken und Lehm-Ausfachung konstruiert sind. Eine Besonderheit dabei: Um die im Lehmbau erforderlichen Trocknungszeiten unabhängig von Wetter- und Witterungseinflüssen zu gewährleisten, errichteten die Handwerker die Gebäude zunächst in einer Halle, von wo aus sie später auf das Gelände transloziert wurden. Nach dem Zusammenfügen der einzelnen Bauteile vor Ort erfolgte dann ein schützender Außenanstrich mit Leinöl.

In der Halle errichtet: Holzständerwerk für Keltenhaus   Foto: Jako

In der Halle errichtet: Holzständerwerk für Keltenhaus Foto: Jako

Mit den beiden bereits fertiggestellten Gebäudegruppen, die von einem mächtigen Palisadenwall umgeben sind, entfaltet sich schon jetzt für den Besucher ein beeindruckendes Zeugnis des Alltags unserer keltischen Vorfahren. Informationen zu regelmäßig stattfindenden Führungen und Veranstaltungen bieten Homepage und Facebook-Seite des Keltenparks.  Sommerlicher Veranstaltungs-Höhepunkt in diesem Jahr wird das Internationale Keltenfest „Celtoi“ im Juli werden. Dann können sich nicht nur Lehmbau-Interessierte ein ganzes Wochenende lang mit Musik, Marktständen, Handwerksvorführungen und originalgetreuen Kostümen ein Bild vom Leben in der Keltenzeit machen.

Im Juli wird gefeiert: Keltenfest "Celtoi"  Foto: Keltenpark

Im Juli wird gefeiert: Keltenfest „Celtoi“ Foto: Keltenpark

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