„Klassenfahrt“ in die Geschichte und zurück

Vor kurzem war es wieder so weit: Der alljährliche Claytec-Betriebsausflug stand auf dem Plan. Der gemeinsame Tagestripp aller Mitarbeiter aus Verwaltung und Produktion wurde zu einer Zeitreise in die Firmengeschichte und die Bauhistorie gleichermaßen.

Erstes Etappenziel: Bad Ems an der Lahn

Erstes Etappenziel: Bad Ems an der Lahn

Die Mischung aus Informations- und Unterhaltungsprogramm ist typisch für das alljährliche gemeinsame Ausschwärmen aller Claytec-Mitarbeiter. Ebenso der Überraschungseffekt: das Ziel der „Klassenfahrt“ wird traditionell geheim gehalten. Bis auf den kleinen Kreis der Organisatoren wusste auch diesmal niemand, wo die Reise hingehen würde. Erst kurz vor dem ersten Halt klärte uns Peter Breidenbach auf: Mit der Ankunft in Bad Ems, wo die Claytec-Mannschaft bei einem kurzen Spaziergang auf den Spuren Dostojewskis die von glorreichen Zeiten kündende Uferpromenade erkundete, begann eine abwechslungsreiche Reise in die (Claytec-)Vergangenheit.

Spielten sich die Bälle zu: "Lehmbau-Veteranen" Peschgens, Breidenbach und Röhlen (v.l.)

Spielten sich die Bälle zu: „Lehmbau-Veteranen“ Peschgens, Breidenbach, Röhlen (v.l.)

Als das junge Unternehmen, seinerzeit noch firmierend unter „Lehmbau Breidenbach“, vor 30 Jahren seine erarbeitete Kompetenz im Lehmbau an den Mann bringen wollte, war es gar nicht so einfach, Hausherren und Planer zu finden, die gegenüber den neuen Ideen von der alten, bewährten Bautechnik aufgeschlossen waren. Die Region zwischen Taunus und Westerwald entwickelte sich schließlich zur Geburtsstätte des bis heute anhaltenden unternehmerischen Erfolges. Hier erhielten die Claytec-Lehmbauer der ersten Stunde, Peter Breidenbach, Ulrich Röhlen und Michael Peschgens den Auftrag für eine große Fachwerksanierung unter der Leitung des Marburger Architekten  Berthold Himmelmann.

Süd trifft Mitte: Paulik, Wugk, Milarch und Mosel (v.l.n.r.) beim Italiener

Süd trifft Mitte: Paulik, Wugk, Milarch und Mosel (v.l.n.r.) beim Italiener

Die überzeugende Qualität der geleisteten Arbeit hatte sich bald herumgesprochen, und so bediente sich auch der Limburger Architekt Manfred Kaffai der Fachkenntnisse der Viersener Lehmbauer. Kaffai war als Projektleiter und Zuständiger für die Bauüberwachung mit der Sanierung eines der bedeutendsten Fachwerkgebäude im Lande betraut. Das Haus Römer 2-4-6 in Limburg an der Lahn gilt als ältestes freistehendes Gebäude Deutschlands. Die Beteiligung an der Erhaltung dieses einmaligen historischen Zeitzeugnisses trug entscheidend dazu bei, dass das damals noch junge Lehmbau-Unternehmen, dieser „wilde Haufen Langhaariger“ – so Ulrich Röhlen augenzwinkernd zurückblickend – in Fachkreisen bald zum gefragten Ansprechpartner für Fachwerk- und Denkmalsanierung auf hochprofessionellem Niveau wurde.

Beim Gang durch die Limburger Altstadt...

Beim Gang durch die Limburger Altstadt…

Bei unserer Busfahrt entlang der Lahn wussten Peschgens, Breidenbach und Röhlen so manche Anekdote zu erzählen. Von den ungezählten japanischen Touristen, die Ulrich Röhlen beim vermeintlich typisch deutschen Brauch des Strohballenrollens fotografierten, bis hin zu – freundlich abgelehnten – Angeboten zum Einheiraten in die ein oder andere Dorfgemeinschaft: Einmal in Fahrt gekommen, ließen die drei „Lehmbau-Veteranen“ das Bordmikrofon beständig kreisen. Kaum eine Seitenstraße, kaum eine Anhöhe, hinter der sich nicht ein Bauvorhaben aus der Claytec-Gründerzeit versteckte, die Zeit bis zum Etappenziel Limburg verging im Fluge.

...gab es für die Fotografen unter den Kollegen zahlreiche lohnende Motive.

…gab es für die Fotografen unter den Kollegen zahlreiche lohnende Motive.

In Limburg angekommen gab es zunächst eine überaus schmackhafte Stärkung beim empfehlenswerten Italiener „Bella Citta Vecchia“.  Dieses im Auftrag des Architekturbüros Hamm ebenfalls von Lehmbau Breidenbach restaurierte Restaurant und Hotel  liegt idyllisch inmitten der Limburger Altstadt mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern. Von dort aus ging es zu Fuß weiter zum Haus Römer 2-4-6, wo Architekt Kaffai zu einer Führung lud. Noch älter als das auf 1289 datierte gotische Hallenhaus ist der darunterliegende Keller. Dessen Besichtigung erwies sich als einer der Höhepunkte unserer Tagestour. Die Begeisterung, mit der Denkmalpflege-Spezialist Kaffai über architektonische Details und historische Bautechniken referierte, übertrug sich auf alle Beteiligten. In der kühlen Gruft wurden die Jahrhunderte förmlich spürbar. Dabei verblüffte immer wieder, wie viele Gemeinsamkeiten uralte und moderne Bautechniken verbinden. Wenn etwa die charakteristischen Abdrücke der Schalhölzer auf einem 1989 zur Stützung eingebrachten betongegossenen Gurtbogen beinahe identisch anmuteten zu denjenigen, die das viele Jahrhunderte zuvor mit einer Mörtelmischung gegossenen Pendant aufwies.

Baugeschichte hautnah: das Claytec-Team mit Architekt Kaffai (o. li.)  im Keller des Hauses Römer 2-4-6

Baugeschichte hautnah: das Claytec-Team mit Architekt Kaffai (o. li.) im Keller des Hauses Römer 2-4-6

Mit einer Besichtigung des berühmten Domes endete unser Besuch in Limburg und es ging auf die abschließende Etappe unserer Tagesfahrt. Der gemeinsamen Reise in die Vergangenheit der (Lehm-) Baugeschichte schloss sich nun ein Abstecher in die Claytec-Gegenwart an. Auf der Rückfahrt an den Niederrhein ging es bei Koblenz noch einmal runter von der Autobahn. In der Claytec-Produktionsstätte in Ransbach-Baumbach führten uns die dortigen Kollegen stolz die neue Misch- und Absack-Anlage für Trockenmörtel  vor, die im März diesen Jahres in Betrieb gegangen ist. Mit dem traditionellen Ausklang im „Conny’s“ in Viersen-Boisheim endete schließlich ein ereignisreicher Tag. Wir sind alle schon gespannt, wohin es uns nächstes Jahr verschlagen wird.

Vorführung der neuen Misch- und Absack-Anlage in Ransbach-Baumbach

Vorführung der neuen Misch- und Absack-Anlage in Ransbach-Baumbach

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